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Fachkräftesicherung von Anfang an

Sokrates über die Jugend:

„Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor den älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte. Die jungen Leute stehen nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. Sie widersprechen ihren Eltern, schwadronieren in der Gesellschaft, verschlingen bei Tisch die Süßspeisen, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.“

Auch in unserer Zeit ist es manchmal schwierig die Jugend zu verstehen! Es ist überliefert, dass Sokrates Mutter eine Hebamme war und so kommt es nicht von ungefähr, dass Sokrates seine Rolle und Aufgabe mit der einer Hebamme verglich – vielleicht eine Anregung für den Umgang mit der Jugend von heute?

Fachkräfte sichern fängt bereits in der Ausbildung an

Was glauben Sie, was Auszubildenden bei ihrem Ausbildungsbetrieb wichtig ist? In Umfragen von KOFA (Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung) oder dem Ausbildungsblog „azubister“ rangieren folgende Aspekte auf den vorderen Rängen:

  • Gutes Arbeits- und Betriebsklima
  • Persönliche Betreuung
  • Akzeptanz und Wertschätzung
  • Übernahme/-sicherheit

Auszubildende wünschen sich Herausforderung und Verantwortung

Meine Erfahrung deckt sich mit den genannten Umfragen. Ausbildung gelingt dort, wo das Betriebsklima passt und gemeinsam angepackt wird; wo es Chefs gibt, die den jungen Mitarbeitern etwas zutrauen. Hier bieten sich Projekte an, in denen die Auszubildenden gefordert sind, sich mit all ihrem Wissen, ihrer Kreativität und ihrer Verantwortung einzubringen.

Der Nutzen für den Betrieb: Es zeigt sich die Leistungsfähigkeit des Einzelnen und oft kommt sogar nicht vermutetes Potenzial ans Licht.

Was erwarten Auszubildende von ihren Vorgesetzten?

Wichtig ist, dass alle an einem Strang ziehen. Außerdem wollen mehr als die Hälfte „kontinuierliches Feedback“. Es geht ihnen nicht nur um Lob, es geht vielmehr um konstruktive Kritik. Sie wollen wissen: Wie werde ich wahrgenommen? Was kann ich? Wie kann ich mich verbessern? Wie unterstützt mich der Betrieb in meiner Entwicklung? Was ist für mich der nächste Schritt?

Bewährt haben sich auch kurze Abfragen z.B. mit Smilies. Abgefragt wird beispielsweise die persönliche Zufriedenheit mit den Arbeitstätigkeiten, Arbeitsbedingungen und die Stimmung. Die Ergebnisse werden dann für alle veröffentlicht und in Inforunden mit den Mitarbeiterteams besprochen. Das stärkt den Zusammenhalt und sorgt für kontinuierliche Verbesserung.

Wertschätzung als Motivationsfaktor

Ein Auszubildender berichte mir vor einiger Zeit, dass der Chef alle Auszubildende in ein Nobelrestaurant eingeladen hat: „Da haben wir uns entsprechend schick gemacht und vorher abgeklärt, auf was wir am Tisch und beim Essen achten sollten. Das war eine megacoole Einladung.“

Wer das Gefühl hat, er wird geschätzt, kann sich einbringen und sich weiterentwickeln geht nicht weg. Und genau da liegt der Nutzen von Zufriedenheitsabfragen sowie regelmäßigen Ziel- und Feedbackgesprächen. Oder nennen Sie es „Kündigungsverhinderungsgespräche“! Denn regelmäßige, geplante und gut strukturierte Feedbackgespräche geben Warnsignale, verhindern Kündigungen aus heiterem Himmel und sind der Nährboden für die Entwicklung von intrinsischer Motivation und Wohlfühlen am Arbeitsplatz.

Frühzeitig Perspektiven aufzeigen

Ihre Auszubildenden wünschen sich frühzeitige Übernahmeangebote. Kommunizieren Sie rechtzeitig, dass Sie ihn gerne in Zukunft als Mitarbeiter beschäftigen möchten und zeigen Sie ihm eine Perspektive auf. Welche Weiterbildungsmöglichkeiten und herausfordernde Aufgaben können Sie ihm anbieten? Dieses Vorgehen erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass der Azubi am Ende seiner Lehre im Betrieb bleibt und sich all Ihr Engagement auszahlt.